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Alltag im großen Chaos

Autor: Bianca | Datum: 03 September 2016, 21:16 | 1 Kommentare

Dar es salaam ist riesig. Mit knapp 4,5 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt Tansanias und sie wächst stetig. Heute habe ich eine Geschichte gehört, dass vor 40 Jahren in der Nähe der heutigen Innenstadt noch Leoparden lebten. Nur um eine Idee zu haben, wie schnell diese Stadt sich entwickelt. In dieser großen Stadt lebe ich nun also schon eine ganze Woche.

Jeden Morgen breche ich um kurz nach sieben aus meinem Hostel "Passionist Fathers" auf, und laufe 1 h 20 min zur KIU School, meiner Sprachschule. Am ersten Tag habe ich ein Daladala genommen, was auch wirklich ein Erlebnis war. Daladalas sind mittegroße Busse, die zum Teil schon ziemlich heruntergekommen sind und die morgens immer mit Menschen und deren ganzen Haushalt voll gestopft sind. Direkt vor meinem Haus halten sie ca. alle 3 Minuten. Ich mag es aber lieber zu laufen, obwohl man beim Daladala fahren auch viele nette Menschen kennengelernt, da man meist die einzige weiße Person im Bus ist, und somit Aufmerksamkeit erregt. Das ist beim laufen aber nicht anders. Jeder zweite schmeißt mir ein "Mambo" hinterher, auf das ich stolz mit "Poa" antworte. Genauso halten ständig bajajis neben mir, um mich mit zu nehmen. Bajajis sind eine Mischung aus Auto und Motorrad. Motorräder gibt es auch unglaublich viele, nur dass sie hier Pikipiki heißen. Aber niemals würde ich mich auf eines drauf setzen. Der Straßenverehr ist allgemein schon echt chaotisch und alle fahren wie die bekloppten, aber die pikipikis sind die schlimmsten. Durch jede noch so kleine Lücke quetschen sie sich durch und machen einen Heidenlärm mit ihren nervtötenden, hohen Hupen. Zum Teil benutzen sie den Gehweg einfach als dritte Spur. Beidseitig. Aber genau deshalb ist es so spannend zu laufen, es wird nie langweilig. So viele Menschen wuseln auf der Straße herum und haben alle etwas zu tun und alle diese kleinen Szenen mit an zu sehen macht unglaublich viel Spaß.

Der Sprachkurs endet um 12.30. Meine Lehrerin ist noch sehr jung und aufgeweckt. Es macht sehr viel Spaß bei ihr, obwohl es schwer ist sich nach so langer Zeit schulfrei, wieder lange Zeit am Stück zu konzentrieren. Vorallem weil vor dem großen Fenster im Raum auch immer interessante Dinge passieren. Nach dem Sprachkurs gehe ich 10 min entfernt Mittag essen. Es ist mehr eine Bar als ein Restaurant. Tische und Stühle sind aus Plastik, der Tresen aus Bambusstäben. Es gibt keine Wand, man kann beim Essen auf die Straße schauen. Ich bestelle Wali, Mboga na Maharage. Reis mit Gemüse und Bohnen. Die Bohnen schmecken etwas nach Kokosmilch, es ist einfach aber sehr lecker. Nachdem ich pappsatt 3000 tz shillinge (ca 1,20 Euro) für das Essen bezahlt habe, mache ich mich auf dem Heimweg.

Auf dem Weg zum Hostel komme ich an vielen Supermärkten und Shoppingcentern vorbei, die ich mir gerne an schaue. Es gib viele andere Lebensmittel als in Deutschland, von denen ich mich auch nicht traue alle zu probieren. Jede Verpackung ist in einer anderen Sprache, ich habe schon spanische, türkische, arabische und deutsche Verpackungen gesehen. Da diese Lebensmittel alle importiert werden, kosten sie auch dementsprechend viel. Ein Joghurt zum Beispiel kostet in einem dieser Supermärkte um die 8 Euro. Mein Highlight der letzten Tage war, dass ich schon zwei mal in Kiswahili eingekauft habe. An sich ist das zwar nicht schwierig, aber für mich war es eine ungaubliche Überwindung einen Muttersprachler auf Kiswahili anzusprechen.

So kann es aber auch mal sein, dass ich drei Stunden nach Hause brauche, so dass ich mich dort erst einmal ausruhe. In der Zeit bis zum Abendessen mache ich entweder etwas Sport, dusche, bin im Internet oder mache mich nochmal auf, um die Gegend zu erkunden. Das Abendessen ist immer sehr schön, da hier sehr viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern wohnen und man sich beim Abendessen mit allen unterhalten kann. Vorallem sind es Italiener, Amerikaner und natürlich Tansanier. Mit einem tansanischen Priester verstehe ich mich gut, er spricht etwas deutsch und heute habe ich ihm geholfen eine Bewerbung auf deutsch zu verfassen.

So sieht also mein vorrübergehender Alltag in Dar aus, ich freue mich darauf euch demnächst von meinem ersten Wochenende zu erzählen. :)

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