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Von Kariakoo und dem Teufel

Autor: Bianca | Datum: 07 September 2016, 20:32 | 2 Kommentare

Meine Woche beginnt am Montag schon nicht so gut. Ich fühle mich krank, müde, ich habe etwas Heimweh und Langweile. Ich dachte der Dienstag wird wieder so ein Tag, da ich mich immer noch krank fühle und sogar zuhause bleiben will. Ich rappel mich aber auf und das ist sehr gut so, denn es wird einer von den spannendsten Tagen bisher werden.

Weil ich lange geschlafen habe, muss ich ein übervolles Daladala nehmen. Nach dem Sprachkurs will ich ein anderes Mittagessen als Reis mit Bohnen probieren, also bestelle ich ndizi bila nyama (kochbananen ohne fleisch). Es schmeckt ganz gut, es ist nur wie vieles hier total fettig. Am Ende sehe ich aber, dass ganz viele, kleine Fitzel Fleisch in der Soße waren und sogar so etwas wie ein Knochen mit gekocht wurde. Meine Laune ist am Tiefpunkt.

Nachdem ich den Rückweg etwas zu Fuß gelaufen bin, nehme ich mir frustriert ein Bajaji, weil mich immer die selbe Strecke nervt. Also lasse ich mich zum Mwenge Markt fahren. Ich schlender nur kurz drüber, ich habe das Gefühl jeder verkauft das selbe. Schuhe, Klamotten, Kosmetik.

Also laufe ich einfach wahllos in irgendeine Richtung, ohne zu wissen wo ich mich befinde und wohin ich gehe. Nach einer Zeit nehme ich ein paar Daladalas und steige einfach irgendwo aus. Auf diese Weise komme ich in ein Viertel, das Kariakoo genannt wird. Am Abend erfahre ich, dass es eines der ärmsten Viertel in Daressalaam ist und dass man dort als Weißer lieber nicht alleine herum läuft.

Wie auch immer, ich steige in Kariakoo aus und bin überwältigt. Es ist eine riesen große Straße, an beiden Seiten ein breiter Markt und sooo viele Menschen. Ich laufe quer über den Markt, durch enge Tische und tiefhängende Sonnenschirme. Überall fühle ich mich wie ein Star, da mich ohne Ausnahme jeder anschaut, mich anspricht oder mir hinterher ruft. "Mzungu!", "Dada!", "Baby!"

Irgendwann wird mir diese Aufmerksamkeit zu groß und ich biege in eine der Nebenstraßen ab. Das ist ein großer Fehler, denn nach wenigen Minuten verliere ich komplett die Orientierung. Auf einmal befinde ich mich in einer Art Slum, zwischen heruntergekommenden Wellblechhütten. Ich laufe weiter in die Richtung in der ich die große Straße vermute und befinde mich plötzlich auf einer riesigen Müllhalde, auf der Kinder spielen und mich verdutzt anschauen. Jetzt bekomme ich doch etwas Panik und frage mich durch, bis ich wieder zwischen tausenden von Pikipikis, bajajis und daladalas stehe.

Erstaunt stelle ich fest, dass ich schon knapp fünf Stunden unterwegs bin. Ich möchte mir ein bajaj nehmen, aber habe Angst an einen Dieb zu geraten und ich kann mich nicht endscheiden. Auf einmal hält ein Pikipiki neben mir und der Fahrer undich unterhalten uns etwas. Er erscheint mir vertrauenswürdig und sympatisch, also breche ich meine guten Vorsätze und steige auf das Pikipiki. So lerne ich Abel kennen. Als er mich gut vor meiner Haustür abgesetzt hat, lädt er mich für den nächsten Tag zur Kirche ein. Ich werde ausversehen in eine Teufels und Dämonen Autreibung platzen. (Die Menschen laufen durch die Kirche , schlagen mit den Armen auf ihre Körper und schreien für mich unverständliche Gebete auf Kiswahili.)

Ich bin total kaputt, aber eine junge Amerikanerin fragt, ob ich noch mit zum Yoga kommen will und ich kann nicht ablehnen. Wir laufen kurz über die hektische und dreckige Hauptstraße, bis wir in eine wunderschöne kleine Allee abbiegen. Am Ende steht ein hell beleuchtetes Fitnesscenter mit Swimmingpool und einem wahnsinnigem Strand. Das Yoga tut wirklich weh, aber das Rauschen des Meeres im Hintergrund endschädigt alle Schmerzen.

Als ich endlich im Bett liege bin ich froh, dass ich morgens doch aufgestanden bin. :)

 

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Kommentare

  1. 1. Miri  |  27 Oktober 2016, 10:39

    Wow mutiges Mädchen! Paß auf Dich auf und freue mich weiteres von Dir weiteres wirklich sehr kurzweilig geschriebenes zu lesen:-)

  2. 2. Miri  |  27 Oktober 2016, 10:41

    Wow mutiges Mädchen! Paß auf Dich auf und freue mich weiteres. von Dir weiteres wirklich sehr kurzweilig geschriebenes zu lesen:-)

 

 

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