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Der Kiswahili Sprachkurs

Autor: Bianca | Datum: 16 September 2016, 18:12 | 1 Kommentare

Heute war der letzte Tag meines Sprachkurses und ich finde, es ist Zeit euch davon zu berichten. Mein Sprachkurs, letzendlich bestehend aus drei Schülerinnen und einer Lehrerin. Eine reine Mädelstruppe also.

 

Als der Sprachkurs vor ungefähr 2 1/2 Wochen begann, wurde ich erst einmal mit in den Anfängerkurs gesteckt. Da ich aber in Deutschland schon 2 Wochen Sprachkurs genossen habe und mindestens den Smalltalk beherrschte (Danke Ute und Dieter), wurde ich in den "Kurs" von Janet gebracht. Janet ist eine junge Frau Ende der zwanziger und sehr hübsch. Sie ist Tansanierin und hat Kiswahili studiert. Der "Kurs" bestand aus einer einzigen Frau: Jani. Ich schätze sie ist um die vierzig Jahre alt, Amerikanerin und lebt mit ihrem Mann seit einem Jahr in Tansania, weil er hier in einem Gesundheitsamt arbeitet. Am Ende hat sie mir gesagt, dass sie anfangs eifersüchtig auf mich war, weil sie Janet von dem Moment an nicht mehr für sich alleine hatte. Montag vor zwei Wochen saß dann auf einmal noch eine weitere Frau in der Klasse. Nach einer kurzen Unterhaltung stellte sich heraus, dass sie Siobhan heißt (ich habe lange gebraucht um mir ihren Namen zu merken) und außerhalb von Mwanza in einem Krankenhaus als Frauenärztin arbeitet. Sie ist Anfang dreißig, ursprünglich auch aus Amerika und hat sehr schöne Rastas, die sich an den Spitzen locken.

Wir drei haben uns super verstanden. Mit Siobhan war ich mehrmals Mittagessen und Jani hat uns beim Essen einmal ihren Mann vorgestellt. Wenn die beiden aber so richtig mit ihrem amerikanischen Dialekt loslegen, komm ich leider öfter nicht mit. Aber die meiste Zeit haben wir ja sowieso nur Kiswahili gesprochen. Wir haben es jedenfalls versucht ...

Insgesamt habe ich in der Sprache aber wirklich große Fortschritte bemerken können. Ich habe es daran gemerkt, dass ich jeden Tag auf dem Hin und Rückweg immer mehr Plakate verstanden habe, denen ich anfangs noch ratlos gegenüber stand. Auch in Konversationen verstehe ich viel mehr, obwohl ich mich wirklich anstrengen muss mitzukommen. Während ich noch über einen Satz nachdenke, ist der gegenüber meistens schon 10 Sätze weiter. Mein Standardspruch also: Pole Pole ! (Langsam)

Mit dem Sprechen tu ich mich auch noch schwer, das heißt ich rede sehr langsam. Silbe für Silbe. In Kiswahili wird sehr viel nur in Silben ausgedrückt, die dann zusammenhängend ein einziges Wort ergeben. Zum Beispiel "Ich habe nicht gegessen." -> "Sikula". Trotzdem ist es eine sehr regelmäßige Sprache und das schwierigste für mich ist es, die Wörter auseinander zu halten da viele noch sehr ähnlich klingen.

Diese Woche waren wir sogar schon so weit, dass wir uns Geschichten erzählt haben, beispielsweise wie wir unsere Ehemänner bzw. Freunde kennengelernt haben oder wie wir das letzte Silvester verbracht haben. Da Siobhan ja Ärztin ist, hat Janet ihr auf Kiswahili sogar ihre Krankengeschichte erzählt und sich Ratschläge eingeholt. Unglaublich wie viel wir davon schon verstanden haben. Nach dem Sprachkurs in Deutschland war ich echt durch mit Kiswahili, aber jetzt bin ich sehr verwundert darüber wie schnell ich lerne. Aber natürlich auch, weil man Kiswahili überall liest und hört. Ich versuche auch mit jedem Kiswahili zu sprechen. Ich hatte zwar Angst mit Mttersprachlern zu reden, aber diese Angst ist komplett verflogen. Die meisten freuen sich sehr darüber. Problematisch wird es erst, wenn sie dann in der vierfachen Geschwindigkeit antworten. Pole Pole.

Anfangs hatte ich sehr viele gelernte Vokabeln aus Deutschland wieder vergessen, aber das Wort für Bananen "ndizi" ist mir immer eingefallen. Also habe ich es in Beispielssätzen oft benutzen. Am Ende ist das Wort dann irgendwie zum Insider geworden und alle haben sich schlapp gelacht, wenn jemand es benutzt hat.

Ihr seht, wir hatten viel Spaß miteinander und ich bin echt traurig, dass er schon vorbei ist. Umso mehr freue ich mich aber, am Montag endlich in meine Einsatzstelle einzuziehen und anfangen kann mich dort richtig einzuleben. (Das einzige was ich wirklich vermissen werde, ist das Meer direkt vor der Tür zu haben.)

Ich freue mich schon, euch von meiner ersten Woche in der "Mkuza Girls Secondary School" zu berichten.

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Kommentare

  1. 1. Miri  |  27 Oktober 2016, 10:23

    Hat wirklich Spaß gemacht es zu lesen! LG

 

 

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