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Meine Einsatzstelle

Autor: Bianca | Datum: 25 September 2016, 14:34 | 0 Kommentare

Nun ist schon der erste Monat in Tansania und die erste Woche in Kibaha vorbei und ich hab einiges über meine Einsatzstelle "Mkuza Girls Secondary School" zu berichten.

Ich muss sagen, die ersten beiden Tage liefen nicht so gut.

Ich bin wirklich traurig meine Koffer wieder zu packen und Dar es Salaam zu verlassen. Ich werde zwei Stunden zu spät abgeholt und weitere zwei Stunden später fahren wir durch das kleine Dorf "Picha ya Ndege", hinter dem die Schule auf einem kleinen Hügel liegt. Ich werde nett mit Essen und vielen, vielen neuen Gesichtern begrüßt. Nach der Begrüßungszeremonie habe ich Gesichtsschmerzen vom ganzen Lächeln und bin froh als man mich zu meinem Zimmer führt. Lange sitze ich einfach nur auf dem Bett und schaue mich um, lustlos mich einzurichten. Es gibt kein fließendes Wasser und Strom auch nicht. (Wie sich später herraus stellt, ist der Strom nur für einen Tag ausgefallen.) Ein Doppelbett im Jugendherbergstyle, ein kleiner Schultisch, ein etwas kaputter Schrank, Bad mit undichtem Klo. Ich kann mir nicht vorstellen ein ganzes Jahr in diesem Zimmer zu wohnen und bin ziemlich niedergeschlagen.

Ein paar Verzweiflungsanfälle und Tage später, geht es mir aber schon besser. Strom läuft wieder und Wasser gibt es drei mal die Woche, und ich kann meine Eimer auffüllen. Duschen geht auch ganz gut, ist nur verdammt kalt. Ein paar Fotos aufgestellt, und man fühlt sich direkt heimeliger. Ich habe auch schon angefangen selber zu kochen. Ich habe einen Jiko (Kerosinkocher) und ein paar Küchenutensilien. Die ersten Versuche gingen etwas schief und ich dachte gleich brennt die Hütte, aber heute habe ich das erste Mal Wasser ohne Zwischenfälle gekocht, yes.

Es gibt fast 200 Schülerinnen und sie sind alle so süß zu mir. Meine langen Haare sind immer noch eine große Attraktion und wenn ich mal alleine stehe, schwirrt sofort eine Gruppe Mädels an. Die Lehrer sind genauso nett, auch wenn viele die Schülerinnen schlagen. Wenn die Mädchen Unterricht haben, sitze ich bei ihnen im Lehrerzimmer. Mit der 24 jährigen Winnie habe ich mich schon angefreundet. Die "Matron", sowas wie eine Vertrauenslehrerin ist auch unglaublich zuvorkommend und lieb. Sie sorgt sich ständig um mich und steht mir bei allen Fragen zur Verfügung.

Meine Aufgaben sind bis jetzt noch nicht besonders definiert. Ich durfte schon drei Stapel Klausuren korrigieren, eine Klausur halb beaufsichtigen und mir wurde mein Büro, die Bibliothek gezeigt. Dort habe ich schon etwas sauber gemacht, aber sonst sitze ich im Leherzimmer, bei den Mädels oder koche. (Was im Moment noch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt.) Ab nächster Woche soll ich aber anfangen die Bibliothek zu sortieren.

An meinem ersten Wochenende hier machen wir schon einen Schulausflug nach Tanga. Morgens früh um vier uhr werde ich geweckt, es geht aber doch erst um halb sieben los. In vier überfüllten Daladala ähnlichen Bussen geht es los und es wird durchgehend laute tansanische Musik gehört, zu der die Mädels begeistert tanzen und mit singen. Aus angedachten 4 Stunden werden 8 und ich beziehe mit zwei Lehrerinnen ein Zimmer. Wir sind den Rest des Tages am Strand und nach dem Abendessen gehe ich mit ein paar Lehrern noch in eine Bar. Am nächsten Tag besuchen wir eine große Höhle. Nur mit Taschenlampen befaffnet gehen wir hinein und machen eine ganz schöne Abendteuertour mit Klettern, Kriechen und Fledermäusen. Nach 6 Stunden und einer Panne kommen wir aber alle wieder sicher in Mkuza an. Es wird ein Dankesgebet gesprochen und alle gehen schnell ins Bett, weil am nächsten morgen um sieben die Kirche beginnt. In der Kirche verpasse ich leider den Moment mich vorzustellen, weil ich nichts verstehe. Ich hoffe, das wird mir nicht übel genommen. Weil heute "the harvest" gefeiert wird, sind es fast 6 Stunden Gottesdienst. Rappelvoll und mit großer Versteigerung von allen möglichen Dingen und Viechern am Ende.

Ich werde mich heute noch auf den Weg nach Dar es Salaam machen und dort eine Nacht bei Harald und Petra bleiben. So schön es hier auch ist, freue ich mich schon die ganze Woche auf Dar. Den Luxus von fließendem Wasser und Supermärkten genießen. Ich habe eine lange Einkaufsliste mit allen Dingen die ich noch brauche, beispielsweise Insektenpestizid für meine neusten Kakerlakenfreunde unter meinem Bett und Abdichtungszeug für mein Klo.

Ich mache das Beste draus, ihr hört von mir! :)

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