VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Bianca  |  Charlotte  |  Hannah N  |  Hannah S  |  Jannika  |  Jolanthe  |  Jost  |  Jonathan  |  Julia P  |  Julia W

Katharina  |  Laura Fe  |  Lennard  |  Linda  |  Lisa  |  Momo  |  Rebekka  |  Sarah G  |  Sarah N  |  Sina  |  Svenja

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Endlich richtig angekommen

Autor: Bianca | Datum: 09 Oktober 2016, 21:44 | 1 Kommentare

Nachdem mein letzter Post ja nicht grade vor Euphorie strotzte, hört ihr nun zwei Wochen später wieder was von mir, und zwar die volle Ladung an Euphorie.

Nachdem ich aus Dar es Salaam zurück gekommen bin, wurde es jeden Tag besser. Ich hab mein Zimmer nach meinem Geschmack eingerichtet, große Fotowand, Bett umdekoriert und es kam sogar ein Handwerker der das kaputte Rohr repariert hat. Nun ist es schon so weit, dass ich mich auf "zuhause" freue, wenn ich wie dieses Wochenende wieder in Dar es Salaam bin.

Die Mädels haben mir in vielen Dingen auch sehr geholfen, zum Beispiel wie ich meine Klamotten mit der Hand wasche oder wie ich meinen Raum sauber halte und viele Hygieneregeln. Ich habe mich echt oft noch sehr unbeholfen gefühlt, aber die Mädels finden es alle lustig. Jetzt fühle ich mich aber pudelwohl in meinem kleinen Reich und bin sehr gerne hier. Oft kommen abends auch ein paar Schülerinnen vorbei, um sich zu unterhalten. Ich habe mich sehr gut mit einem Mädchen namens Devotha verstanden. Leider hat sie vor ein paar Tagen Malaria bekommen und ist zuerst ins Krankenhaus und danach nach Hause gebracht worden.

In der letzten Woche war ich abends aber immer woanders zum Essen eingeladen, es ist unglaublich wie viele Menschen ich hier schon kennengelernt habe. Sie sind alle super nett und ich höre jeden Tag mehrmals "Karibu kwangu", was so viel bedeutet wie "Herzlich Willkommen bei mir zuhause.". Da fällt mir die Endscheidung nicht so leicht. Am liebsten bin ich aber bei der Schulleiterin zuhause. Bei ihr wohnt die junge Lehrerin Winnie mit der ich mich gut verstehe. Außerdem hat sie eine Tochter und einen Sohn Mitte 20 und wir haben immer viel Spaß zusammen, zum Beispiel wenn sie versuchen mir beizubringen, wie eine Tansanierin zu tanzen. Zum Essen gibt es immer tansanisches Essen, es wird auf offenem Feuer gekocht. Tansanisches Essen bedeutet Reis, Kochbananen oder Ugali mit Gemüse und manchmal auch Ei. Dass ich Vegetarier bin wird toleriert, aber es werden auch Späße darüber gemacht.

Mit den Lehrern komme ich super klar. Es sind 6 Männer und 6 Frauen. Ich unterhalte mich unglaublich gerne mit vielen von ihnen, vor allem mit einem jüngeren Lehrer namens Innocent. Oft sitzen wir um die 3 Stunden im Lehrerzimmer und diskutieren über alle Probleme die die Welt so hat. Es ist sehr interessant, denn in vielerlei Hinsichten hat er ganz andere Ansichten.

In der Bibliothek habe ich angefangen, allen Büchern eine Nummer nach einem bestimmten System zu geben. Es ist eine sehr eintönige Arbeit und die Bibliothek ist genauso wie man sich halt eine alte Bibliothek vorstellt. Spinnenweben, staubig, Ratten und viel ist unvollständig und zerfleddert. Da kommt mir Abwechslung, wie das Kochen in der Mittagspause grade recht. Der Kerosinkocher macht auch keine Faxen mehr.

Seit letzter Woche singe ich in einem der Kirchenchöre. Mir wurde gesagt ich kann im Jugendhchor mitsingen, aber mir hat im Gottesdienst der "Kwaya Kuu" (Ja, kwaya heißt Choir) viel besser gefallen, weil es Acapella ist und alle anderen Chöre nur Elektrogedüdel dabei haben. Also habe ich kurzerhand gefragt und wurde direkt am selben Tag mit zur Probe genommen. Kwaya Kuu heißt soviel wie Hoher Chor. Es stellte sich aber herraus dass sie so heißen, weil die Mitglieder alle älter sind. Ich senke den Altersdurchschnitt also enorm, was aber überhaupt nicht schlimm ist. Es macht so viel Spaß und alle freuen sich dass ich dabei bin. Die Proben sind dreimal die Woche plus Auftritt im Gottesdienst.

Dieses Wochenende war ich, wie oben schon erwähnt wieder in Dar. Es war schön, aber nicht mehr wie letztes Mal die Oase oder das Paradies. Was ich wirklich genoßen habe, war das Nicht-tansanische Essen. Ich war im deutschen Gottesdienst, habe ein paar Luxusdinge wie Müsli eingekauft und habe mich mit Amos (einem ehemaligen Süd-Nord Freiwilligen) und Abel (siehe "Von Kariakoo und dem Teufel") getroffen. Weil es schon sehr spät war, hat Abel mich dann netterweise mit seinem Pikipiki nach Hause gefahren. Weil er sich durch den Verkehr schlängeln konnte, haben wir für die Strecke für die ich sonst 2 1/2 Stunden brauche, nur eine einzige Stunde gebraucht. Es hat auch echt Spaß gemacht, auch wenn es natürlich immer noch sehr gefährlich ist. Aber im dunkeln alleine Daladala zu fahren, wäe nicht viel besser gewesen.

Zusammengefasst geht es mir also sehr gut, ich bin glücklich hier zu sein und auch endlich angekommen zu sein.

Das waren also meine mehr als guten Nachrichten und ich bin gespannt, was mich nächste Woche so erwartet.

 

Bis Bald ! :)

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

  1. 1. Claudia  |  24 Oktober 2016, 11:42

    Hallo Bianca,
    toll, dass du dich so gut eingelebt hast! Ist ja mittlerweile auch schon wieder einen Monat her, dass wir uns in Dar getroffen haben... Hört sich jedenfalls so an, als würden dich alle sehr herzlich aufnehmen und als würdest du sehr schnell in Kontakt kommen.
    Vielleicht postest du ja auch bald mal wieder ein paar Fotos?
    Ich habe deinen Blog hier übrigens auf unserem bei den Lieblings-Reiseblogs aufgenommen ;) Schau doch mal rein: http://weltreize.com/blogtipps/
    Viele Grüße aus Hamburg
    Claudia

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype