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Routine

Autor: Bianca | Datum: 30 Oktober 2016, 15:42 | 1 Kommentare

So langsam hat sich alles routiniert und es schleicht sich schon langsam der Alltag ein. Morgens früh stehe ich immer um sechs Uhr auf um, noch schlaftrunken und halb im Schlafanzug, in der Küche beim abwiegen der Zutaten zu helfen. Währenddessen unterhalten wir uns so weit wie möglich auf Kiswahili. Nach 30 Minuten sind wir (Madam Jenny und ich) meistens fertig und je nach meinem Gemütszustand endscheide ich entweder noch ne Runde zu schlafen oder aber ich nutze die Zeit bis zum Schulbeginn dazu Wasser abzukochen, zu fegen oder das Geschirr zu spülen. Nach einem Kaffee und Müsli mache ich mich fertig. Da ich nicht viel Kleidung habe, braucht die Endscheidung was ich anziehen soll nicht so lange. Ich mache mich aber gerne etwas hübsch. Nachdem ich meine komplette Schminke aus Deutschland in einem Dala verloren habe, habe ich mich in Kariakoo auf dem Markt wieder eingedeckt.

Um halb acht ist entweder eine Andacht oder die Schülerinnen versammeln sich um die Nationalhymne zu singen und die tansanische Flagge zu hissen. Von 8 - 16 Uhr ist dann Schule unterbrochen von einer kleinen Frühstückspause um 10:40h und eine größere Mittagspause um 13:00. Meistens koche ich mittags selber, denn im Essen der Schule sammeln sich des öfteren kleine Käfer und auch wenn man sie nicht schmeckt, steh ich da irgendwie nicht so drauf. Die Schulzeit verbringe ich mit allen möglichen Dingen. Meistens in der Bibliothek oder im Lehrerzimmer.

Nach der Schule gehe ich drei mal die Woche zur Chorprobe und zweimal ins Fitnessstudio. Jaaa ich habe eins gefunden. Von der Schule laufe ich ca 20 minuten dorthin und es ist wirklich sehr bescheiden. (siehe Fotos) Aber es macht trotzdem sehr viel Spaß, auch wenn ich anfangs sehr skeptisch beäugt wurde. Eine Weiße die auch noch Gewichte hebt, sehr außergewöhnlich. Mittlerweile kennen mich aber die meisten und ich fühle mich sehr wohl. Man hilft sich untereinander und viele lassen sich sogar Tipps von mir geben.

Nach meiner Nachmittagaktionen gehe ich meistens zu Winnie oder James nach Hause. Winnie ist die Lehrerin von der ich schon einmal erzählt habe. Sie ist sowas wie eine beste Freundin hier und nennt mich liebevoll "sweet potato". Leider wird sie nächsten Monat zum studieren weg ziehen. James ist der Sohn eines Lehrers und die ganze Familie freut sich immer wenn ich komme. Ich liebe es beim Kochen mitzuhelfen. Ich kann auch schon viel tansanisches Essen selber zubereiten, auch wenn unsere Ansichten von der richtigen Menge an Öl sehr unterschiedlich sind.

Es gab aber auch größere Ereignisse in letzter Zeit, die etwas aus der Reihe springen. Da war zum Beispiel die Graduation von Form 4. Bei uns ist das sowas wie die 10. Klasse. Sie schreiben nächste Woche ihre Abschlussprüfungen und die Graduation wird vorher gemacht, damit sie sich noch angemessen verhalten. Es war ein Riesen Event, es gab sehr viele hohe Gäste. Harald und Caroline (zwei Wazungu/Weiße von der Diözese) waren auch da, was mich sehr gefreut hat. Die Tage vorher wurde alles gründlichst geputzt und vorbereitet. Ich habe mir auf den letzten Drücker noch ein Keid aus einem Kitenge (tansanischer Stoff) nähen lassen. Kitenge werden irgendwie für alles verwendet. Nach dem duschen als Handtuch, als Tuch zum sitzen, als Geldbeutel, als Tischdecke, als abschminktuch und als Haus Bekleidung, wie wir die Jogginghose tragen. Finde ich eigentlich auch sehr praktisch, ist vorallem schön luftig. Ich muss nur noch schaffen, dass ich es nicht immer verliere.

Ich hab die Nacht vor der Graduation bei Winnie übernachtet und war schon besorgt, weil wir zwei Stunen zu spät kamen. Aber wir waren genau richtig. Es gab eine große Zeremonie in der Kirche und ganz viel Essen. Aufgrund diesen zwei Faktoren und der Tatsache dass mein Kleid sehr eng geschnitten ist, habe ich es nicht so sehr genossen. Nach der Zeremonie hat sich jede Schülerin mit ihrer Familie zusammen gesetzt und Kuchen gegessen. Hier wird Kuchen aber ganz anders verzehrt. Er wird in kleine Würfel geschnitten und in jeden Würfel kommt ein Zahnstocher. Dann füttert man sich gegenseitig damit. Auch wenn ich mich am Ende des Tages gefühlt habe als müsste ich platzen, war es ein echt schöner Tag.

Dann gab es diesen Freitag eine Veranstaltung in der Kirche, die sich übersetzt "Holy Night" nennt. Es ist ein Gottesdienst der die komplette Nacht (!) dauert. Für die Schülerinnen ist es sowas wie eine Disko, weil es sehr viel Musik und Tanz gibt. Ich war aber nur kurz da, weil ich echt müde war und ich es einfach nicht mag, wie einen die Prediger hier anschreien.

Auch die regelmäßigen Besuche in Dar sind immer etwas schönes. Ich kenne schon so viele nette Leute dort. Ich war jetzt öfter nur für einen Tag da, was sich zwar lohnt aber sehr anstrengend ist, weil man insgesamt 5 Stunden unterwegs ist. Aber es ist sehr schwierig dann immer zu endscheiden mit wem man sich trifft. Ich hab also schon sehr gut Anschluss gefunden.

Was mein Kiswahili angeht mache ich echt Fortschritte. Einfache Gespräche laufen super und meistens verstehe ich worüber geredet wird. Ich bin grad dabei ein bisschen das Street Swahili zu lernen, was alle sehr amüsant finden. Mir wurde gesagt, dass es ziemlich große Unterschiede gibt, zwischen dem formalen und dem Straßen swahili.

Während es in Deutschland immer kälter wird, wird es jetzt hier bis Januar immer wärmer. Den kompletten Dezember wird die Schule geschlossen haben. Ich habe viel vor in dieser Zeit und freu mich euch davon zu berichten.

Vorher wird es noch einen der vier notwendigen Rundbriefe von mir geben, wer einen erhalten möchte, kann mich einfach unter bianca_nina123@yahoo.com anschreiben.

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Kommentare

  1. 1. Miri  |  31 Oktober 2016, 09:04

    Echt Klasse, dass wir durch deine tollen Berichte richtig etwas eintauchen und teilhaben können in dein Leben in Tansania!

 

 

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