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Sommerferien im Dezember

Autor: Bianca | Datum: 20 Januar 2017, 06:34 | 0 Kommentare

6 Wochen Sommerferien. Naja eigentlich fünf - aber dazu später mehr. Dezember ist die heißeste Zeit in Tansania und die Schule, mein Einsatzort war den ganzen Monat bis zum 10.01.2017 geschlossen. Natürlich habe ich viel erlebt in dieser Zeit und war daher auch weniger aktiv auf meinem Blog. Jetzt sollt ihr aber alles erfahren. 

Lutindi ist mein erstes Ziel. Ein klitzekleines Dorf in den Bergen, circa 6 Autostunden entfernt. Hannah eine Mitfreiwillige und Freundin arbeitet dort in einem Mental Hospital. Nachdem meine Abreise sich durch Visaprobleme etwas verzögert hat, nimmt mich Hannahs Mentor, Tim Hammerbacher auf seinem Rückweg von Dar es Salaam in seinem Auto mit. Wir kommen Freitag Abend an und das Wochenende verbringen wir damit "herumzudödeln", wie Hannah es so schön ausdrückt. Das heißt quatschen, Filme schauen, rumliegen und Weihnachtsplätzchen plus Schokofrüchte verputzen. Am Sonntag in der Kirche darf ich direkt im Chor mitsingen und tanzen. Ich werde sogar innerhalb von Sekunden in den klitzekleinen zwei Mann Posaunenchor aufgenommen, wo ich dann ganz spontan auf einer fremden Posaune die Gottesdienstlieder begleiten darf.

Nachdem Hannah mir dann alle Arbeitsbereiche gezeigt hat suche ich mir den Stall aus, wo ich die nächsten zwei Wochen arbeiten werde. Es gibt Kühe, Schweine, Ziegen, Gänse und Hühner. Obwohl ich dachte dass meine Hände gar nicht so empfindlich sind, habe ich schon nach den ersten Tagen große Blasen, die vor allem vom Fegen und Bananenbäume zerhacken kommt. Das ist nämlich das Essen für die Kühe. Meine anderen Aufgaben sind die Hühnereier einzusammeln, zu füttern, die Ställe zu reinigen, den Hof zu fegen, Blumen zu gießen, Essen vorzubereiten und einmal darf ich sogar melken. Ich erinnere mich wieder, dass ich als kleines Kind immer Bäuerin werden wollte. Eine Kuh zu melken war auch sowas wie ein Kindheitstraum von mir, der in Erfüllung gegangen ist. Nach den zwei Wochen bin ich aber froh, dass ich diesen Weg doch nicht eingeschlagen habe. Auch wenn die Arbeit hart ist, macht sie mir doch sehr viel Spaß. Vor allem weil die Mitarbeiter alle sehr freundlich sind und ich viel Swahili spreche. Und natürlich weil ständig Tiere um mich herum sind. Mittags bin ich dann aber immer so hungrig, dass mir Ugali wie ein Festmahl vorkommt.

Aber auch jedes andere Essen ist ein Festmahl. Es gibt Nutella, Schokolade, Brot und sogar Käse. Ich schätze ich habe es etwas zu sehr genossen, sodass ich am Ende der zwei Wochen von einer Frau das Kompliment bekomme, ich hätte zugenommen. Aber auch vor allem das Kochen in der großen Küche bereitet mir Freude, da ich bei mir zuhause ja nur begrenzte Möglichkeiten habe. Hannah wohnt zwar in einer eigenen kleinen Wohnung, aber die meiste Zeit verbringen wir direkt gegenüber in dem großen Haus der deutschen Langzeitmitarbeiter. Tim und Si-Yeun Hammerbacher, mit ihren beiden Kindern. Zweimal fahren wir auch runter in die "Stadt“, die sich Korogwe nennt. Dort essen wir Chips Mayai (Nationalgericht – Pommesomlett), kaufen Stoff und lassen uns Kleider schneidern. Den Berg wieder rauf nehmen wir uns Pikipikis, was wirklich sehr entspannt ist. Im Auto wird man ganz schön duchgeschüttelt, aber vom Motorrad aus kann man die wunderschöne Aussicht genießen und man umfährt die größeren Schlaglöcher meist.

Alles in allem hatte ich eine wirklich sehr schöne Zeit dort. Ich habe nette Leute getroffen, mein Kiswahili verbessert, Stallarbeit und das ländlichere Leben kennengelernt, wurde sehr freundlich aufgenommen und integriert und habe viel Zeit mit Hannah verbracht und rumgedödelt. In Hannahs Blog  ( http://hannah-s.vem-freiwillige.de/ ) könnt ihr noch mehr über Lutindi erfahren.

 

Und schon steht Weihnachten vor der Tür. In Tansania feiert man Weihnachten am 25.12. Am 26.12. ist Boxing Day, der Tag wo man die Geschenke vom Vortag auspackt. Am 24.12. geht man lediglich nur zur "Mkesha". Das lässt sich ungefähr übersetzen mit „durchmachen“, das heißt man ist bis spät in die Nacht in der Kirche zum singen, tanzen und beten. Ich habe Weihnachten bei einer deutsch/tansanischen Familie verbracht. Caroline Shedafa arbeitet in meiner Diözese und hat mich eingeladen zusammen mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Sie kommt ursprünglich aus Deutschland, ist aber mit einem Tansanier verheiratet und lebt seit langer Zeit schon hier. Ihre Familie besteht außerdem auch noch aus fünf Kindern, davon sind zwei ihre Leiblichen Kinder. Zwillinge, grade drei geworden und so süß. Außerdem zwei Brüder für die Caroline schon lange sorgt, weil deren Mutter blind ist. Ihr Mann hat auch noch ein Kind mit in die Ehe gebracht. In ihrem Haus wohnen zusätzlich auch zwei Hausmädchen. Es ist also eine riesen Familie und es ist immer etwas los. Ich werde mehr als freundlich aufgenommen, bekomme einen Raum für fünf Nächte und werde ins tägliche Leben mit eingebunden. Am 24.12. sind wir zuerst im deutsch/englischen Gottesdienst plus Krippenspiel, dann gibt es abends ganz nach deutscher Art Bescherung. Danach gehen die Jugendlichen alle zusammen zur Mkesha, aber nur bis elf, denn am 25.12. sind wir eingeladen. Das typische Weihnachtsessen in Tansania ist  Pilau, eine Art Gewürzreis variabel mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr war also sehr entspannend und ruhig.

Zu Silvester werde ich von einer befreundeten tansanischen Familie in Dar es Salaam eingeladen. Wir wollen ausgehen, was sich aber als schwierig herausstellt, da wir viel zu spät loskommen (die Mädels mussten sich noch schick machen-was sonst) und keinen geeigneten Platz mehr finden. Nach einer endlos langen Suche, enden wir notgedrungen um viertel vor zwölf in einem Restaurant, wo es auch direkt Sekt zum anstoßen gibt. Nach einem späten Abendessen, gehen die drei Mitte zwanzig jährigen und ich noch in eine Bar, direkt am Meer. So kommt es dass der erste Tag des Jahres verläuft, wie ich es von Deutschland schon kenne - nämlich verkatert.

Am 02.01. mache ich mich auf den Weg nach Zanzibar, um dort meinen Freund am nächsten Tag zu treffen. Die Insel ist wunderschön und sehr vielseitig. Türkises Meer, weiße Strände aber auch alte historische Stadtzentren. Dazu die Mischung aus arabischer, indischer und swahili Kultur. Schön so ein Paradies fast direkt vor der Tür zu haben. Durch Zufall "müssen" wir fast eine Woche länger bleiben, da sein Flug gecancelt wird. Was ein Pech!

Zurück in Picha ya ndege pendelt sich der Alltag schnell wieder ein, was nach so viel Aufregung der letzten Wochen aber gar nicht schlimm ist. Ich bin froh wieder in gewohnter Umgebung zu sein, vor allem die Schulleiterin und mein Gym habe ich vermisst.

Wenn es wieder was spannendes zu berichten gibt, hört ihr natürlich von mir. Wink

  

P.s. Schaut doch mal in mein Fotoalbum.   

 

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